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Modellflieger wünschen sich «Holm- und Rippenbruch»

    Mit 7100 Erbauern und Pilotinnen und Piloten stellt der Modellflugverband die weitaus grösste Zahl flugbegeisterter Mitglieder im Schweizer Aero Club. Die Präsidenten dieses Verbandes, der als eine seiner zentralen Aufgaben die Jugendförderung sieht, tagten am vergangenen Samstag in Interlaken.

    Die Tagungsteilnehmer tröpfelten am Samstag, 7. März, verzögert ein: Unfälle wegen Glatteis rund um Bern führten zu Verspätungen. 56 der 165 Verbandsmitglieder waren anwesend. Organisiert wurde die Konferenz unter der Leitung von Stefan Keller vom Regionalverband Bern-Oberland-Wallis, und die Modellfluggruppe Interlaken hat kraftig mitgeholfen. Ursprünglich war der Mystery Park als Tagungsort vorgesehen gewesen, der Umzug in den Theatersaal im Kursaal Interlaken ging gut vonstatten. Er gab Philippe Ritschard, dem Vize-Gemeindepräsidenten von Interlaken, auch die Gelegenheit, bei der Übergabe des Goldenen Schlüssels auf den Saalneubau hinzuweisen. Ritschard erinnerte sich an seine eigenen «Bruchlandungen» mit Modellflugzeugen und freute sich als für die Bildung zuständiger Gemeinderat, dass der Verband Jugendförderung auf seine Fahnen schreibt. «Modellbauen erfordert nicht nur Kreativität, sondern auch Präzision und handwerkliches Geschick,» sagte er. Er wünschte den Tagungsteilnehmern «Holm- und Rippenbruch», anscheinend das modellfliegerische Pendant zu «Hals- und Beinbruch».

Wichtige Flieger

    Die Modellflugzeugbauer- und -piloten sind wichtige Partner im Aero Club Schweiz, dem Interessenverband der Sportaviatik vom Ballonfahrer bis zum Motorflieger. Felix Kiser, Generalsekretär des Aero Club Schweiz, erwähnte dies in seinem Grusswort. 40 Prozent der Mitglieder im Aero Club sind Modellflieger, und sie verzeichneten 2008 einen substanziellen Mitgliederzuwachs. Er rief dazu auf, bei der kommenden Volksabstimmung fur den Erhalt der Spezialfinanzierung Luftverkehr zu stimmen und begrüsste die Jugendförderung, die vom Schweizerischen Modellflugverband MFV initiiert worden ist. Präsident Yves Burkhardt sprach vom «Glashaus», und es gelte, den Betrieb möglichst umweltfreundlich und geräuscharm zu gestalten. Das Ressort Infrastruktur des Verbandes unterstützt die Mitgliedergruppen bei Problemen mit den «Flugplätzen». Ueli Holzer, Präsident der Modellfluggruppe Interlaken, weiss auch etwas von diesem «Glashaus». Die Modellfluggruppe Interlaken mit ihren rund 100 Mitgliedern hält sich an die vereinbarten Regeln und Flugzeiten; weil aber der Militärflugplatz grundsätzlich offen ist, wird von «wilden» Modellfliegern geflogen, was zu Beanstandungen führt. Der Jugendförderung trägt auch die Interlakner Gruppe Rechnung: Sie bietet Ferienpasskurse an und unterstützt ihre jungen Mitglieder finanziell. Dieses Jahr steht im Juli eine Grosssegler-Woche auf dem Programm.

Balsaholz und Japanmesser

    Für Yves Burkhardt ist die Jugendförderung sehr wichtig. Nicht nur, um den Verbandsnachwuchs zu sichern, sondern auch, weil die Jugendlichen mehr lernen als einen Touchscreen zu bedienen. Viele Jugendliche wüssten nicht mehr, was Balsaholz sei oder wie man ein Japanmesser bediene. Vorgestellt wurden witzige Flugzeugmodelle, die eher leicht zu basteln sind und die Abzeichen, die für gute Modellflugpiloten nach einem Examenflug erworben werden können. Sehr gute Arbeit wurde in Interlaken geleistet: Michael Tschiemer von der Scale-Gruppe konnte den Wanderpreis für die beste Gruppe entgegennehmen.


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